Lana del Rey, Foto: mgropius_flickr
Die amerikanische Sängerin Lana Del Rey wird als Sensation gefeiert – noch bevor ihr erstes Album überhaupt erschienen ist. Die Pop-Newcomerin des Jahres sieht wie der perfekte Retrostar aus: mit ihrem Schmollmund, kühnem Augenaufschlag und den Hollywood-Locken passt sie eher in die 60er Jahren.
Ihr Clip zu “Video Games” wurde bei Youtube mehr als sechs Millionen Mal angeklickt. Mit seiner Super-8-Optik und vielen Zitaten ist das Video eine sentimentale Reise in eine Welt verlorener Träume. Die Musik der Lana Del Rey – Balladen, Glamour-Pop, gemischt mit leicht morbiden Beats. Doch sie ist ein Gesamtkunstwerk. Im Video inszeniert sich die amerikanische Sängerin wie eine elegante White-Trash-Queen – ihre roten Haare sind in Wellen gelegt, am Ohrläppchen baumeln riesige goldene Ghetto-Ohrringe.
An ihren Weg lässt sich beobachten, wie die Stars von heute heranwachsen: zuerst kommt die Aufregung im Internet, später steigen die Musikkritiker in die Diskussion ein und berichten über die “Sensation” aus dem Netz. Dann kommen die ersten kleinen Konzerten, zu denen die Plattenfirma einlädt. Ein solches Konzert hatte Lana Del Rey auch im Roten Salon in der Berliner Volksbühne. Die Gästeliste war heiß umkämpft, Fans suchten vor dem Theater nach Karten. Nach der Einleitung mit dramatischer Musik aus dem Hitchcock-Thriller “Psycho” kam Lana Del Rey auf die Bühne. Ihr Bühnenoutfit war cremefarben, der Rock reichte übers Knie. Haut muss sie nicht unbedingt zeigen – das Publikum hängt ihr ja an den Lippen, als sie mit ihrer traurig-schönen Stimme ihre Hits “Video Games” und “Blue Jeans” singt. Das Konzert in der Berliner Volksbühne dauerte nur 40 Minuten, eine Zugabe gab es nicht.
Eigentlich lautet ihr echter Name Lizzy Grant. Bereits mit elf soll die 1986 in Lake Placid geborene New Yorkerin einen Kirchenchor geleitet haben und erste Lieder komponiert haben, später hat sie in Clubs in Brooklyn aufgetreten. Im kommenden Januar erscheint ihr erstes Album.








